22. Februar 2007

Kyotoplus

Eine kleine Klimaschutzvision

Kyotoplus

Das Klimaschutzprotokoll von Kyoto endet 2012 und noch steht nicht fest ob und welches Abkommen folgen wird. Das es eines geben muss, steht aufgrund der schrecklichen Folgen des Klimawandels außer Frage.

Jeder Mensch hat das natürliche Recht auf eine intakte Atmosphäre, da sein Leben davon abhängt. Jeder Mensch hat das gleiche Recht die Atmosphäre zu benutzen, solange er anderen Menschen dabei nicht schadet. Derzeitig stößt ein kleiner, reicherer Teil der Weltbevölkerung eine große Menge Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre und verursacht dadurch den jetzigen Klimawandel. Der weitaus größere und ärmere Teil wird die katastrophalen Folgen jedoch stärker spüren.

 

Das ist ungerecht. Kyotoplus muss auch auf den Säulen der Gerechtigkeit aufgebaut werden. Jedem Menschen sollte zugestanden werden, gleich viel Emissionen zu produzieren, soviel dass es der Atmosphäre und damit dem Leben auf der Erde nicht schadet. Ein Emissionscheck pro Kopf also.

 

Wie soll das denn funktionieren? Der erste Schritt ist festzulegen wie viele (CO²-)Emissionen wir noch produzieren dürfen, um unter der 2°C-Grenze zu bleiben. Diese Summe wird durch die Weltbevölkerung geteilt. Jeder Mensch bekommt den gleichen pro Kopf Emissionencheck. Die Zertifikate werden entsprechend der Bevölkerungszahl an die Länder gegeben, die diese dann teuer verkaufen und versteigern. Die Industrienationen müssen viel Geld für Zertifikate an die Entwicklungsländer zahlen. Das Geld sollte für die Erforschung neuer Technologien gebraucht werden, aber auch für die Erschaffung einer Infrastruktur und Förderung von Sozial- und Bildungssystemen.

 

Natürlich muss auch überwacht werden, dass die Industrieländer den Entwicklungsländern nicht alle Zertifikate abkaufen. Um das Klimaschutzabkommen zu regeln, brauchen wir eine globale Umweltorganisation, die den Zertifikathandel überwacht. Unser Planet ist darauf angewiesen, dass alle Menschen und Staaten bei seinem Klimaschutz mitmachen, also auch die USA. Wenn sich Länder nicht an der nötigen Emissionsreduktion von Treibhausgasen beteiligen wollen, dürfen Strafzölle und Sanktionen mittels Handelsembargos nicht ausgeschlossen werden.

 

Zwei Wege führen gemeinsam zum Ziel. Neben dem Zertifikathandel der Emissionen muss es auch eine direkte CO²-Steuer geben. Der Ökologische Rucksack muss im Preis enthalten sein. Das bedeutet: Ein Produkt muss soviel kosten, wie es der Umwelt Schaden zufügt. Eine CO²-Steuer ist deshalb genauso wichtig wie der Emissionshandel.

 


Dieser Bericht ist die "kleine Klimaschutzvision" von Kathrin Henneberger. Sie koordiniert das Fachforum Ökologie des Grüne Jugend Bundesverbands und engagiert sich unter anderem für Klimaschutz und ökologische Landwirtschaft.

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